Eine der bekannten und folgenreichen Versuchsanordnungen ist das so genannte Little-Albert-Experiment. Bei dem 1920 an der John Hopkins University im amerikanischen Baltimore initiierten Experiment geht es um die klassische Konditionierung. Das Experiment von John B. Watson und seinen Mitarbeitern gründete sich auf die empiristische Annahme, dass die Zahl der äußeren Reize, welche eine emotionale Reaktion zur Folge haben, auf simple Weise vermehrbar ist.
Die Versuchsperson war der neunjährige Albert B. genannt „Little Albert“, der Sohn einer Amme aus einem Krankenhaus. Die Wissenschaftler zeigten dem Jungen zum ersten Mal in seinem eben und nur kurz in schneller Abfolge eine weiße Ratte, ein Kaninchen, einen Hund, einen Affen, Masken für Menschen, eine brennende Zeitung und mehr. Das Versuchskind reagierte nie furchtsam, im Gegenteil, es griff ausnahmslos neugierig nach den gezeigten Dingen. Furcht zeigte es nur dann, wenn hinter ihm mit einem Metallhammer auf eine Stange aus Eisen gehämmert wurde.
Drei Monate später begann dann das eigentliche Experiment. Der kleine Albert bekam wieder eine weiße Ratte zu Gesicht, gleichzeitig ließen ihn die Psychologen aber auch den Ton des Hammers auf der Eisenstange hören. Das Kind wehklagte leicht, als es anschließend den Nager mit der Hand berührte. Nachdem der Vorgang zweimal wiederholt worden war, wollte Albert die Ratte nicht mehr berühren; nach sieben Wiederholungen reagierte er mit Panik beim bloßen Anblick des Tieres. Diese starke Angst übertrug sich anschließend auf ähnliche Reize.
Die Wissenschaftler folgerten, dass die so erlernten Reaktionen das ganze Leben wirken und die Persönlichkeit auch dauerhaft prägen. Wissenschaftlich gesehen, begaben sich die Forscher damit auf dünnes Eis. Zudem stoßen Versuche dieser Art heute auf massive ethische Bedenken. (Überdies soll die Mutter des kleinen Albert nach dem Experiment Baltimore verlassen haben, was die Dekonditionierung des Kleinen verhinderte.)